
Tokyo · Kambukicho, Naturkundemuseum und die Abreise
Ein letztes Mal ging es mit dem Shinkansen zurück in Richtung Tokyo mit der bisher längsten Fahrtzeit von 3,5h. Am verregneten Bahnhof machte ich mich auf den Weg zur Unterkunft – nach Asakusa, einem historischen Viertel von Tokyo.
Tokyo Main Station: Etwas nass.
Der Kollege hier hatte auf dem Weg zur U-Bahn eine sehr coole Jacke an. Welche Sprache das wohl ist? Ah, Moment.
Asakusa
Asakusa ist insbesondere für seine alten Tempel bekannt, die im Stadtteil verstreut liegen. Das Viertel bietet dadurch einiges an Kultur und zeichnet sich durch eine ruhige Wohngegend aus mit angrenzendem Fluss “Sumida”.
Kleine Nebenstraßen zieren hier das Stadtbilld. Außerdem: Lustige rechteckige Autos.
Was ich nicht wusste: Meine Unterkunft hat einen tollen Blick auf den Tokyo Skytree!
Und hier einmal bei Tageslicht.
Die Uferpromenade war Abends schön beleuchtet.
Kambukicho
Am letzten Abend meines Aufenthalts in Japan habe ich mich in das wildeste Viertel Tokyos gewagt: Kambukicho. Das berüchtigte Unterhaltungsviertel beherbergt einige hervorragende Izakayas, aber auch zwielichte Geschäfte. Insbesondere Betrüger sind hier weit verbreitet.
Eine klassische Masche läuft so ab: Man wird auf der Straße angesprochen und mit einem sehr günstigen Preis in das Geschäft gelockt. Dann werden K.O.-Tropfen in das Getränk gemischt, woraufhin man am Tresen einschläft. Die Betrüger buchen so viel wie möglich von allen Karten ab und behaupten hinterher man hätte schlichtweg so viel Alkohol getrunken, dass man eingeschlafen sei.
Insofern: Hier sollte man aufpassen.
Dunkle Gassen und grelle Beleuchtung: Kambukicho.
Eine sehr bekannte Ecke mit 3D-Display. Auf dem Foto sieht man den Effekt leider nicht, ich verspreche: Es war sehr cool!
Nach meinem Besuch im berüchtigten Kambukicho muss ich sagen: So schlimm war es nicht. Ich habe mit deutlich aggressiveren Belästigungen gerechnet – insbesondere als Mann – habe davon aber nur einen halbherzigen Versuch erlebt. Die Straßen waren etwas zwielichtig und die Menge an Stundenhotels überwältigend, aber immer noch sehr sicher. Schade nur: Sehr viele Restaurants erlauben ausschließlich Japaner als Kunden, bzw. benötigt man bei einigen Einladungen von bestehender Kundschaft. Für mich gab es daher nichts zum ausprobieren.
Konsum!
Natürlich musste ich kurz vor Abreise noch in die Geschäfte gehen, die schon lange auf meiner Liste standen. Darunter “Itoya”, ein Schreibwarengeschäft über fünf Stockwerke. Hier findet man über teure Füller über hochwertiges Papier bis hin zu Kalendern so ziemlich alles zum Thema “Stationary”, wie man so schön im Englischen sagt.
Schreibwarenladen Itoya: Sehr viele Produkte auf sehr wenig Raum. Kuscheln? Garantiert.
Eine Wand voller Acrylfarben im Itoya.
Ich habe wohl die teure Straße in Tokyo gefunden, ups.
Machen die nicht irgendwas mit Mode oder so?
Ich war in Tokyo noch im “Pokécenter”, dem Geschäft für Plüsch und Spielkram rund um Pokemon. Der Clou: Das meiste gibt es tatsächlich nur hier zu kaufen. Insofern war mein inneres Kind sehr erfreut!
Ganz viele Plüsch-Pokemon. Vermutlich nicht alle, aber die beliebtesten.
Es kam sogar einer aus der Decke! Ui.
Hiernach musste ich einen geplanten Kulturschock erleben. Don Quijote ist eine Kette an Reizüberflutungs-Geschäften, in denen man so ziemlich alles bekommt, was Touristen so wollen. Das Besondere daran: Alles an einem Ort und ab 5.000**¥** steuerfrei.
Sofern man es schafft die mentale Stabilität zu behalten, ist er hier ganz witzig. Wirklich besondere Gegenstände oder tolle Rabatte, konnte ich allerdings nicht finden. Meiner Meinung nach recht überbewertet. Zumal der Besuch schlichtweg anstrengend ist durch den Kampf gegen Musikvideos, Werbeslogans, flackernde Bildschirme und hektische Mitarbeiter.
Ein kurzer Gang im Don Quijote: Maximale Menge an Waren auf minimalem Raum.
Naturkundemuseum Tokyo
Meine letzten Stunden in Tokyo widmete ich dem Naturkundemuseum, das auf meinem Weg lag. Ich rechnete mit einem mittelgroßen Museum, worin ich 1-2 Stunden verbringen kann.
Nun ja – weit gefehlt. Über 7 Stockwerke konnte ich Dinosaurierskelette bewundern und physikalische Experimente durchführen.
Auf dem Weg winkte der Herbst.
Ein Dino.
Prähistorische Tiere mit Stoßzähnen.
Der Kollege konnte schwimmen, glaube ich.
Eine Mineraliensammlung aus Fundorten in Japan.
Ein T-Rex, würde ich behaupten.
Ein Triceratops.
Riesige Meeres-Dinosaurier.
Nach den Urzeiten folgte ein Stockwerk zu physikalischen Größen inklusive Veranschaulichung und Experimenten zum ausprobieren.
Ich vermute es geht um Elektronen-Laufbahnen, weiß es aber leider nicht.
Hier konnte man das Funktionsprinzip eines Teilchenbeschleunigers ausprobieren: Die Metallkugel wurde von den Magnetspulen beschleunigt.
Computer-Komponenten, die sehr cool beleuchtet waren.
Glühbirnen, die sehr cool beleuchtet waren.
Natürlich darf ein Raketenantrieb nicht fehlen.
Eine … Raketenabschussrampe? Was auch immer die hier zu suchen hatte…
Ein Schelm, wer hier etwas merkwürdiges entdeckt.
Abflug
Damit ging es für mich eine Stunde lang nach Tokyo Haneda, dem zentralen Flughafen. Alle Vorbereitungen haben reibungslos geklappt und der Abflug gestaltete sich unspektakulär.
Lediglich der Aufenthalt von 5,5h in Beijing war etwas unangenehm und schwierig auszuhalten ohne Schlaf. Um 2:50 Uhr in der Nacht ging es dann in den zweiten Flieger: endlich nach Hause!
Natürlich gibt es eine Godzilla-Statue am Flughafen in Haneda.
Mit dieser kleinen Maschine ging es für mich 3h lang in Richtung Beijing.
Wir sehen: Beijing bei Nacht.
Aufgrund der hohen Wartezeit in Beijing entschloss ich mich in eine Lounge zu setzen, um die Zeit etwas angenehmer zu verbringen als im kalten Flughafen. Die meisten Geschäfte waren um diese Zeit sowieso geschlossen.
Nach einer Gebühr von ca. 40€ kam ich in die wohl schlechteste Lounge, die ich betreten durfte. Visuell ist sie zwar ganz nett, doch das Problem steckt im Detail: Es gab als Essen lediglich drei Packungen Fertignudeln, die man selbst zubereiten musste. Im Schlafraum lagen zwei Männer, die geschnarcht haben, dass in Japan vermutlich die Seismographen losgingen. Der Arbeitsbereich war bequem, hatte allerdings einen Kronleuchter aus Glas an der Decke, der permanent vom Luftzug der Klimaanlage klimperte.
Kurzum: Geht bitte nie in die Lounge am Flughafen in Beijing.
Wenigstens schön beleuchtet.
Jup, bin wohl der einzige hier.
Der Arbeitsbereich der Lounge, in dem ich 3h saß.
Der elendige Kronleuchter.
Damit ist mein Reisebericht vollständig. Ich werde vielleicht noch einen letzten Artikel mit den besten Fotos und Erfahrungen zusammenstellen – mal schauen. Ich bedanke mich jedenfalls schonmal herzlich für’s lesen und miterleben bei allen Lesern und Leserinnen.
Bis zur nächsten Reise!